Ausstellungen


Intervention

ab 3. Dezember 2021

COUNTER IMAGES | GEGENBILDER
Prolog

Das RJM startet unter dem Titel Counter Images | Gegenbilder eine mehrjährige Reihe, die eine Plattform für eine kollektive, multiperspektivische und dekoloniale Auseinandersetzung mit der fotografischen Sammlung bietet. Ein zentrales Anliegen des Museums ist die Abgabe der Deutungshoheit, um neue Sichtweisen und Perspektiven zu ermöglichen.

Die Auftaktausstellung Prolog, die als Intervention in der Dauerausstellung stattfindet, präsentiert drei Projekte: Kuratorin Sandrine Colard (Brüssel, New York City) zeigt unter dem Titel Undisciplined künstlerische Positionen, die sich “undiszipliniert“ gegen die selbsternannte Allmacht des Kolonialismus und der Disziplin der Ethnologie auflehnen. Kiri Dalena (Quezon City, Philippinen) erforscht historische Hintergründe der Foto-Sammlung des Museums und widerspricht stereotypen Darstellungen. Das Kollektiv informelle Kurator*innen des RJM rund um yasmine eid-sabbagh setzt sie sich machtkritisch mit der Institution Museum, dem Ausstellen und Ausgestelltsein auseinander.

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Sonderausstellung

ab 29. April 2022

I MISS YOU
Über das Vermissen, Zurückgeben und Erinnern

2018 hat das RJM zum ersten Mal in seiner Geschichte einen mumifizierten Kopf, der sich seit 110 Jahren in der Sammlung befand, an Neuseeland zurückgegeben. Zwei Jahre später hat es angeregt, eine Steinskulptur aus dem Preah Khan Tempel in Angkor, die unrechtmäßig aus ihrem Land verschleppt wurde, an Kambodscha zurückzugeben. Seit 2021 ist das RJM intensiv mit der geplanten Rückführung der Benin-Bronzen aus Nigeria beschäftigt. Die Restitutionsdebatten waren noch nie so brisant wie heute. Aber was verbirgt sich hinter den Restitutionsforderungen? Was bedeuten sie konkret für die Menschen, die davon betroffen sind? Was ist damals am Ursprungsort geschehen nachdem ein Objekt gesammelt wurde und seinen Ort verlassen hat? Welche Leere hat er in seinem Herkunftsland hinterlassen? „I MISS YOU“ ist eine neue Reihe über Trauer, das Vermissen, Melancholie, gebrochene Erinnerungen und Leere. In „I MISS YOU“ werden Fragestellungen anhand von umstrittenen Sammlungskonvoluten oder Museumsobjekten, die von Restitutionsforderungen betroffen sind, auf poetische und empathische Weise im Raum sichtbar gemacht und den Museumsbesucher*innen näher gebracht.

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Vorschau


Blickpunkt

9. Juni bis 11. September 2022

Syrien - Gegen das Vergessen

Mit der Ausstellung begibt sich der syrische Kurator und Archäologie Jabbar Abdullah auf die Spuren des kulturellen Gedächtnisses Syriens. Er zeigt historische, syrische Artefakte aus deutschen Sammlungen – jetzt teils erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – im Dialog mit zeitgenössischen Positionen und syrischer Alltags- und Erinnerungskultur. Kalligraphien, Filmmaterial und 3D-Projektionen beleuchten die kulturelle Vergangenheit Syriens, seine jüngste Geschichte sowie das gegenwärtige Leben der Syrer*innen in und außerhalb Syriens. Die Ausstellung „Syrien - Gegen das Vergessen“ versteht sich als Teil eines postkolonialen Diskurses und stößt darüber hinaus einen Diskurs zum kulturellen, syrischen Gedächtnis an. Sie zeigt Besucher*innen den Nahen Osten aus außereuropäischer Perspektive und öffnet Syrer*innen einen Raum, sich ihrer ersten Heimat zu erinnern und diese Erinnerung zu teilen.


Sonderausstellung

2. Dezember 2022 bis 30. April 2023

LOVE?

Wie kann man in einem ethnologischen Museum über Liebe sprechen? Die Ausstellung hinterfragt die grundlegende Beziehung, die Liebe und Begehren mit verschiedenen Arten von Hegemonien wie z.B. Heteropatriarchat, Kolonialität oder Kapitalismus aufrechterhält. Wie kann Liebe zu einem politisierten Werkzeug werden, um Verwandtschaftssysteme und Beziehungen grundsätzlich zu überdenken? Die gezeigten künstlerischen und sozialen Interventionen zeigen Praktiken „radikaler Liebe“, die versuchen, neue Formen der Verwandtschaft und des Beisammenseins zusammenweben, um eine bessere, gerechtere und liebevollere Welt zu schaffen.

 
 

Unsere Ausstellungsformate

Sonderausstellungen

Die große Ausstellungshalle bespielen wir mit unterschiedlichsten Sonderausstellungen und spannendem Programm.

Blickpunkt

Auf der Ausstellungsfläche „Blickpunkt“ beleuchten wir unsere eigene Sammlung immer wieder neu und kritisch in enger Zusammenarbeit mit den Herkunftsgemeinschaften.

Intervention

Um unsere Dauerausstellung, die 2010 eröffnet wurde, mit neuen Ansätzen und Ideen zu beleben, gibt es regelmäßig sogenannte „Interventionen“. Manchmal klein, manchmal groß, gedacht und umgesetzt von eingeladenen Künstler*innen, Student*innen, Vereinen oder von uns selbst.
Zu den Interventionen