Ein Gespräch zwischen dem Künstler und Kurator Yohannes Mulat Mekonnen und der künstlerischen Direktorin des RJM, Nanette Snoep, über die neue Ausstellung We Are What We Are Not.
Im gemeinsamen Austausch diskutieren die beiden die Ideen und künstlerischen Forschungsprozesse, die der Ausstellung zugrunde liegen, und eröffnen zugleich Raum für Fragen und Dialog mit den Teilnehmenden.
Mekonnens Ansatz beginnt mit einer radikalen Geste: Er wendet sich bewusst von der Präsentation von Objekten aus der Museumssammlung ab und rückt stattdessen die Abwesenheit in den Vordergrund – das, was fehlt, verdrängt oder zurückgehalten wird. Dabei setzt er sich auf neue Weise mit der RJM-Sammlung auseinander und überschreitet konventionelle ethnografische Präsentationsformen. In seiner Arbeit etabliert er Handlungen wie Kochen, Zuhören und Träumen als kuratorische Werkzeuge – Gesten, die die Begegnung mit dem Museum vom passiven Betrachten hin zu aktiver Teilnahme verschieben. Abwesenheit wird so zu etwas, das Erfahren, verkörpert, „verdaut“ und transformiert werden kann.
Gemeinsam beleuchten Snoep und Mekonnen den institutionellen Rahmen des Museums und gehen der Frage nach, wie ethnografische Museen auf die kolonialen Verflechtungen ihrer Sammlungen reagieren können, indem sie neue Formen der Auseinandersetzung eröffnen.
Im Zentrum des Gesprächs stehen Fragen nach Abwesenheit, Leerstellen und Erinnerung ebenso wie nach institutionellen Strukturen und der Rolle von Museen in der kritischen Reflexion ihrer eigenen Geschichten und Wissensproduktionen.
Das Gespräch ist als offener, informeller Austausch konzipiert. Besucher*innen sind herzlich eingeladen, sich einzubringen, Fragen zu stellen und direkt mit Yohannes Mulat Mekonnen und Nanette Snoep ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam zu erkunden, wie Abwesenheit – sowohl als Konzept als auch als Methode – unser Verständnis des ethnologischen Museums, des Archivs und von uns selbst verändern kann.
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Yohannes Mulat Mekonnen, artist and curator | Nanette Snoep, artistic director of the RJM
Join artist and curator, Yohannes Mulat Mekonnen in conversation with RJM artistic director Nanette Snoep about the new exhibition We Are What We Are Not.
Together, they will discuss the ideas and artistic research processes behind the exhibition.
Mekonnen’s approach begins with a radical gesture by turning away from displaying artefacts from the museum’s collection. Instead, he foregrounds absence—what is missing, displaced, or withheld.
The conversation will explore how Mekonnen proposes alternative ways of engaging with the RJM-collection that moves beyond conventional ethnographic display. In his work, he introduces acts such as cooking, listening, and dreaming as curatorial tools—gestures that shift the encounter with the museum from passive viewing to active participation. In this context, absence becomes something that can be experienced, embodied, digested and transformed.
Snoep and Mekonnen will discuss the broader institutional framework of the museum and how ethnographic museums can respond to the colonial entanglements of their collections by opening new forms of engagement.
At the center of the discussion are questions around absence, voids, memory, institutional structures, and the role museums can play critically reflecting on their own histories and forms of knowledge production.
This Talk is conceived as an open informal exchange. Participants are warmly invited to participate in the conversation, ask questions, and engage directly with Yohannes Mulat Mekonnen and Nanette Snoep about how absence, as both a concept and a method, can reshape our understanding of the ethnological museum, the archive, and ourselves.
Für: Erwachsene
Veranstalter: Rautenstrauch-Joest-Museum
| Treffpunkt: Sonderausstellungsbereich, 2. OG
| Preis: € 2,00
| Einlass ist nur bis 18 Uhr möglich
zzgl. Eintritt.
| Rahmenprogramm zu: „WE ARE WHAT WE ARE NOT “,
07.05.2026
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30.08.2026